Worum es mir geht

Wir sind nicht in der Lage, die Welt unbefangen zu sehen. Wir sehen sie immer nur aus unserer eigenen Perspektive. Doch das ist definitiv kein Grund für Beliebigkeit, sondern genau das Gegenteil.

Jeder lebt in seiner eigenen Gedankenwelt, seinen Überzeugungen, seinen Meinungen. Doch das ist nur eine relative Perspektive, denn schließlich leben wir alle miteinander in dieser einen Welt. Doch wir dürfen nie glauben, dass der andere die Welt auch genau so sieht, wie wir sie sehen. Das wäre ein fataler Fehler.

Und deshalb ist es so unerlässlich miteinander zu reden, was vor allem auch bedeutet, dialogisch miteinander zu reden. Nur der wirkliche Dialog gewährleistet, dass wir bei der Klärung fundamentaler Fragen nicht aus Rücksichtnahme auf die Befindlichkeit einen vielleicht wichtigen Punkt nicht wirklich klären.

Doch das setzt von den Dialogpartnern die Bereitschaft voraus, sich darauf auch wirklich einzulassen und nicht wie in den Medien einen Stereo-Monolog zu führen und das für einen Dialog zu halten. Ein Dialog ist mehr als ein Gespräch. Es muss uns bewusst sein, dass – erst einmal – jede von der eigenen Überzeugung abweichende Ansicht als Angriff wahrgenommen wird, sofern damit das uns selbst nicht immer ohne Weiteres offensichtliche Welt- und Selbstbild tangiert ist.

Das können sogenannte Skripts sein, Rücksichtnahme auf wichtige Personen oder auch Familiengeheimnisse, die ja die besondere Eigenschaft haben, selten überhaupt bewusst zu sein, sondern eher im Untergrund der Psyche am Werkeln sind. Nur wir brauchen unbedingt den anderen, um solche irrigen Annahmen überhaupt erkennen zu können, denn wie wollen wir uns selbst unserer eigenen Überzeugungen versichern, wenn eben nicht durch den Dialog? Unser gedankliches Innenleben ist uns nun einmal wenn überhaupt nur zu einem sehr, sehr kleinen Bruchteil bewusst.

Wollen wir uns also nicht weiter von dem Anderen isoliert und allein in unserer eigenen Gedankenwelt und nur scheinbar in der selben Welt leben, dann kommen wir nicht umhin, miteinander zu reden. Dialogisch, versteht sich. Doch das ist nur der Anfang, denn letztlich müssen wir mit allem in einen Dialog kommen. Doch dazu muss ich erst einmal bereit sein, mich selbst zu sehen, wie ich wirklich bin.

Und was gibt es dafür besseres als Motorradfahren!?