Sehen, was ist

Morpheus, Sohn des Hypnos, dem Gott des Schlafes, ist der Gott der Träume in der griechischen Mythologie. Er kann sich in jede beliebige Form verwandeln und in Träumen erscheinen. Daher der erste Teil des Namens, Morpheus.

In meinen Träumen begegnet mir das, was mich beschäftigt, mir aber nicht explizit bewusst ist. Die Idee „Morpheus“ fordert mich also auf, hinter das Offensichtliche zu schauen, es inspiriert mich, bisher noch nicht Gedachtes zu denken, mich darauf einzulassen und Unbekanntes zu erkennen zu suchen.

Damit ich Erkenntnisse wirklich verstehen kann, dabei aber nicht in Mystizismus abdriften will, bin ich aufgefordert, diese Gedanken mit Anderen und im alltäglichen Geschehen zu verifizieren. Dafür gibt es für mich nur den Dialog. Anders als Diskurs, Disput oder Debatte trennt er die Dinge nicht auf, sondern sucht sie wieder als Einheit zu verstehen und zu begegnen. Daher der zweite Teil des Namens, Dialog.

Damit ist noch nicht gesagt, worüber ich hier schreibe. Da ist zum das Weltverständnis des Chan (Zen), das mich schon seit geraumer Zeit beschäftigt, zum anderen sind es die philosophischen und fundamentalen Fragen der modernen Physik. Beide Disziplinen fordern auf, die Dinge zu untersuchen und zu verifizieren. Und sie fordern mich auf, die Welt auf eine andere Weise wahrzunehmen, „anders“ zu denken.

Für mich bedeutet das zu lernen, die Welt zu sehen, wie sie ist.