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Das Leben ist ein Spiel, ein Tanz

Entscheidend ist, wie der Tanz getanzt wird und nicht, wer die Tänzer sind. Das interessiert nur das Ego. Bei einem Tanz interessiert auch nicht, was die Tänzerin und was den Tänzer ausmacht, sondern alleine der Tanz ist von Bedeutung.

Es geht alleine um den Tanz, nichts sonst. Sobald einer der Tänzer über sich nachdenkt, ohne dass dabei nur der eigene Beitrag für den Tanz zu verbessern das Ziel ist, dann reduziert das den Tanz, macht ihn letztlich zu einer Farce.

Ein Tanz ist, wenn er gut getanzt wird, ein Dialog. Es beginnt damit, dass sich die Tänzer „fallen“ lassen. Sich fallen zu lassen heißt, Propriozeption für die eigenen Emotionen und das denken zu stärken, es bedeutet, wirklich konzentriert, ganz bewusst und achtsam zu sein, ohne etwas willentlich steuern zu wollen.

Das ist der erste Schritt in einem Dialog, der einen oft hart ankommt, denn man selbst steht nicht im Zentrum, sondern der Tanz. Wenn aber das Ego nach Hause geschickt wurde, können die Tänzer ihre Persönlichkeit nebeneinander stellen.

Klappt der Tanz dann nicht so richtig, ist es ein Hinweis darauf, in die Selbstreflexion zu gehen und nicht etwa, den anderen zu kritisieren. Manchmal fehlt es auch nur am Wissen um die Struktur des Tanzes, aber das hat nichts mit Kritik zu tun.

Tun das beide Tänzer, nimmt der Tanz Gestalt an. Im Dialog würde man sagen, der Sinn-Raum öffnet sich. Wichtig ist zu sehen, dass keine Angleichung der Persönlichkeiten stattfindet, sondern eine Ausformung und Stärkung des Charakters und der Haltung des Einzelnen.

Veröffentlicht in Reflexionen