Worüber reden?

Der Corona-Virus hat die Gesellschaft verändert, nicht direkt, sondern indirekt. Und es wird wohl keinen Weg zurück in die sogenannte Normalität geben. Doch wie wird dann die Welt aussehen? Wie wollen wir danach leben? Nicht was ein anderer von uns verlangt, sondern was wir wirklich wollen. Ein guter Grund, sich darüber Gedanken zu machen.

Doch das setzt voraus, jedenfalls denke ich das, dass wir uns bewusst sind, auf welchen Strukturen und Prinzipien wir überhaupt aufbauen müssen und können. Solange ich nicht weiß, wie ich ticke, kann ich mich auch nicht klug organisieren.

Darüber will ich reden.

Die Geschichte ist bekannt: Eines Nachts träumte dem Zhuang Zhou, er sei ein Schmetterling, der mit sorgloser Leichtigkeit umherflog. Der Traum war so real, dass er, als er erwachte, sich fragte, ob es Zhunag Zhou war, der geträumt hatte, er sei ein Schmetterling, oder ob er wirklich ein Schmetterling war, der träumte, er sei Zhuang Zhou.

Es ist unser fester Glaube, die Realität, in der wir leben, sei fix und beständig. Spätestens, wenn etwas passiert oder wir nicht auf die Uhr geschaut haben und den Zug verpassen, scheitern wir an diesem Glauben. Morpheus, den Gott des Traums, habe ich als Namenspatron gewählt, weil er mich daran erinnert, dass das, was ich für wirklich halte, nicht mit dem übereinstimmen muss, wie jemand anders das scheinbar Selbe sieht.

Bei der Namensgebung für diese Seite stand der Film „Matrix“ Pate, denn einer der Protagonisten darin, der die Frage nach der „Wirklichkeit“ stellt, heißt ebenfalls Morpheus. Über ihn schreibt Bruce Lipton, Autor des Buches „Intelligente Zellen“ folgendes:

Der Film ‚Matrix‘ gehört nicht ins Science-Fiction Genre. Sondern zu den Dokumentarfilmen. (…) Die Matrix bedeutet, wir wurden programmiert. Nimm die rote Pille und du kommst raus aus dem Programm. Biologisch ist es, wie wenn wir uns ‚für die Liebe’ entscheiden.

Es ist das Äquivalent dazu, sich für ‚die rote Pille‘ [untersuche das Wesen der Wirklichkeit] zu entscheiden. Denn durch Liebe werden wir geistreicher, kreativer und bewusster. Wir lösen uns von unseren unbewussten Programmen und beginnen, uns bewusst zu fokussieren auf das, was wir wollen.“

Damit ist alles gesagt. Doch was ist die „rote Pille“ in meinem ganz alltäglichen Leben? Es ist der Dialog, der eine bestimmte Art des Denkens voraussetzt, ein Denken jenseits der Konvention.